Mühle im Baybachtal | © B. Vogt

06. Von Mühle zu Mühle im Baybachtal Schwaller Mühle

56281 Schwall

Die Schwaller Mühle befindet sich im Familienbesitz der Familie Nick, in der Gemarkung Schwall im Baybachtal.

 Die Schwaller Mühle
Von der Layenmühle gehen wir nur wenige Minuten, da taucht die Schwaller Mühle, auch Jakobs- oder Müllerjuppsmühle genannt, vor uns auf.
Weil die Mühlen früher meistens nach ihren Besitzern benannt wurden, wechselten die Namen häufig. In der Schwaller Mühle zieht ein altes, halb verfallenes Häuschen unsere Aufmerksamkeit auf sich. Bei näherer Untersuchung stellen wir fest, dass es sich um ein ehemaliges Backhäuschen handeln muss. Deutlich ist noch der rund gemauerte Backofen zu erkennen, und ein vorwitziger Blick in das nicht abgesperrte Innere bestätigt unsere Vermutung. Wie viel Generationen werden wohl hier ihr tägliches Brot gebacken haben? ( Das Backhaus wurde mittelrweile aufwendig renoviert und kann jetzt wieder zum Brotbacken genutz werden) In einem Steuerverzeichnis Anfang des 18. Jahrhunderts wird ein Anton Bunsch als Schwaller Müller genannt. Kurz nach 1800 kam ein Jacob Nick in die Mühle. Er und seine Nachkommen blieben bis heute im Besitz dieser Mühle. Hermann Nick hat als letzter Müller im ganzen Tal erst im Jahre 1964 den Mahlbetrieb eingestellt.

In dem bis jetzt durchwanderten Teil bietet sich das Baybachtal als ein sanftes, weites und flaches Wiesental, doch unterhalb der Schwaller Mühle treten die bewaldeten Hänge dicht an den Bach heran. Und dann sehen wir mehrere Gebäude vor uns, bei denen der erste Blick sagt: Das sind keine Mühlen, das sind Gebäude der modernen Zeit. Und wie ein Kontrast zu dem vorhin bestaunten Backhäuschen als einem Relikt aus alter Zeit zeigt die Kläranlage Oberes Baybachtal die Folgen unserer heutigen Wohlstands-gesellschaft. In diesem Klärwerk werden die Abwässer von 14 umliegenden Dörfern gesammelt und gereinigt. Wir wollen natürlich wissen, wird die Anlage dieser Aufgabe auch gerecht? Es scheint so, denn das Wasser, das aus der Anlage herausfließt und dem Baybach zugeführt wird, ist von Klarheit und Geruch her einwandfrei.
Der Wanderweg führt im Zick-Zack-Kurs an der Kläranlage vorbei über eine Betonbrücke. Wir halten uns immer an die runden Hinweisschilder mit dem deutlich sichtbaren "B" (für Baybach) und können so den richtigen Weg nicht verfehlen. Unmittelbar hinter dem Klärwerk, wo der Bach vom "Emmelshäuser Heilbrünnchen" herunterkommt, nimmt ein eindrucksvolles Naturdenkmal unser Interesse gefangen. Es ist der im Volksmund so genannte "Dreispitz", eine über 100 Jahre alte Tanne. In Mannshöhe hat sie sich in drei Triebe verästelt, die fast 30 Meter in die Höhe schießen. Ehrfürchtig steht man vor diesem Naturwunder, wie auch vor einer buschig und knorrig gewachsenen, etwa 150-jährigen Buche, die nur wenig später unübersehbar am Wege steht.

Ausschnitt aus dem Buch "von Mühle zu Mühle" eine Wanderung durch das Baybachtal, erhältlich für 9,00 Euro in der Tourist-Information Emmelshausen.

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